C.S. Lewis lehrt John Piper über die Freude

John Piper: "Noch bevor ich diese Dinge entdeckte, erwischte mich unerwartet C.S. Lewis. Im Herbst 1968 stand ich in Vroman's Buchladen an der Colorado Avenue in Pasadena in Kalifornien. Ich nahm mir ein Exemplar von Lewis' Buch Das Gewicht der Herrlichkeit. Die erste Seite veränderte mein Leben.

Bei den meisten modernen Menschen steckt die Vorstellung im Unterbewusstsein, es sei schlecht, sich etwas Gutes zu wünschen und auf den Genuss zu hoffen. Ich behaupte jedoch, dass sich diese Idee über Kant und die Stoiker eingeschlichen hat und nicht zum christlichen Glauben gehört. Wenn wir uns nämlich ansehen, wie unverschämt viel Belohnung uns versprochen wird und wie atemberaubend der in den Evangelien verheißene Lohn ausfällt, sieht es doch ganz so aus, dass unser Herr unsere Sehnsüchte nicht als zu stark, sondern als zu schwach empfindet. Wir halbherzigen Geschöpfe spielen mit Alkohol und Sex und Ehrgeiz herum, wo uns doch unendliche Freude angeboten wird. Dabei verhalten wir uns wie ein unwissendes Kind in einem Slum, das Matschkuchen backt, weil es sich nicht vorstellen kann, was es bedeutet, Ferien am Meer angeboten zu bekommen. Wir sind viel zu leicht zufriedenzustellen.

Noch nie im Leben hatte ich gehört, dass das Problem mit dieser Welt nicht in der Intensität unseres Strebens nach Glück liegt, sondern in dessen Mangel. Alles in mir rief: Ja, genau!"

Aus Von der Pflicht zur Freude, S. 23f.